Feuerwehr startet mit Präsenzübungsdienst

Verfasst von Mario Steigleder am . Veröffentlicht in Gesamtwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Vaihingen an der Enz hat am vergangenen Montag mit dem Präsenzübungsdienst in kleinen Gruppen begonnen. Nachdem pandemiebedingt zuletzt nur Online-Unterricht möglich war, können die Einsatzkräfte unter strengen Hygieneauflagen nun wieder praktisch üben.

„Wir haben uns nach intensiven Beratungen dazu entschieden, dass wir jetzt wieder in den Ausbildungsbetrieb starten müssen“, berichtet Thomas Korz, Stadtkommandant der Vaihinger Feuerwehr. Es sei keine leichte, aber eine notwendige Entscheidung gewesen: „Man muss abwägen: Wir befinden uns noch immer in einer Virus-Pandemie, eine

dritte Welle zeichnet sich derzeit ab. Nach wie vor gilt es, das Infektionsgeschehen so niedrig wie möglich zu halten. Wir müssen als Feuerwehr aber auch gewährleisten, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Im Einsatz muss jeder wissen, was er zu tun hat. Sicher ist: Die Freiwillige Feuerwehr Vaihingen an der Enz war und ist zu jeder Zeit einsatzbereit. Aber das geht eben nur durch konstante Übung“, so Korz weiter. Nun, rund ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie, müsse daher wieder eine praktische Ausbildung ermöglicht werden. Feuerwehr sei nun mal eine teamorientierte Arbeit, in der alle Rollen und Abläufe zwar festgelegt seien, aber natürlich auch geübt werden müssten. „Im Einsatz gibt es niemanden, der allein losrennt. Wir arbeiten immer in einem Team, in dem schon beim Ausrücken jeder weiß, welche Aufgaben er im Einsatz haben wird. Das Wissen dafür können wir theoretisch vermitteln. Dieses Wissen festigt sich aber nur durch Ausbildung und Umsetzung in der Praxis“, sagt der Stadtkommandant. Und ein weiterer Vorteil habe der Präsenz-Übungsdienst: „Die Freiwillige Feuerwehr ist eine sehr heterogene Gemeinschaft. Jeder bringt Fachwissen mit und gibt dieses an die Kameradinnen und Kameraden weiter. So lernen wir nicht nur von externen Fachleuten, sondern auch von unseren eigenen“, erläutert Korz.

Nachdem während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 der Übungsdienst komplett stillgestanden hatte, konnte im Sommer eine entschlackte Präsenz-Ausbildung angeboten werden. In Kleingruppen übte die Vaihinger Feuerwehr zeitversetzt, damit die Kontakte so überschaubar und nachvollziehbar wie möglich blieben. Die Einsatzkräfte trugen wie im Einsatzfall auch Masken und verteilten sich sofern möglich auf mehrere Fahrzeuge, auf ein kameradschaftliches Zusammensein nach den Übungen wurde verzichtet. Mit der zweiten Welle war aber auch das nicht mehr möglich, der Präsenzunterricht wurde erneut eingestellt. Über Online-Konferenzen konnten nun aber theoretische Inhalte vermittelt werden, was laut Korz auch sehr gut funktionierte: „Wir haben wirklich gute und lehrreiche Übungsabende in dieser für uns neuen Form vor dem heimischen Bildschirm erlebt.“

Nun sei es aber Zeit für den nächsten notwendigen Schritt. „Das Prinzip der Kleingruppen hat sich bewährt“, resümiert der Stadtkommandant. Unter den strengen Hygienevorschriften sei es noch zu keiner Ansteckung gekommen, niemand musste nach einem Einsatz oder einer Übung in Quarantäne. Trotzdem wurde viel Wissen vermittelt: „Es ist natürlich schade, dass man so nur einen Bruchteil der Kameradinnen und Kameraden trifft. Nichtsdestotrotz lernt man in kleinen Gruppen aber manchmal auch mehr“, so Korz. In Gruppen mit bis zu zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern beginnt daher jetzt wieder in allen neun Vaihinger Stadtteilen die Ausbildung zu Themen wie Technischer Hilfeleistung und Brandbekämpfung, immer abhängig vom Pandemiegeschehen.

Vaihinger Feuerwehrleute üben an der Drehleiter

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